RC Kronberghof


 

Mogli

Rasse: Vollblutaraber

Alter: 13.5.1989           R.I.P. 19.7.2010

Sein Stammbaum: www.allbreedpredigree.com/mogli

 

Meine Geschichte mit Mogli

Es war im Jänner 1990 als ich Mogli das erste Mal sah. Ich war damals 9 Jahre alt und besuchte mit meinem Vater den Pferdehof Nader bei der Auerfabrik in Spillern. Dort standen viele Araber und Mogli war bissl das Stiefkind, weil er ein Koppelunfall war u nicht geplant.  Er war damals 10 Monate alt und ein richtiger kleiner Hengst. Richtig frech und ungezähmt.

Am 30. 4. 1990 wurde er mein erstes eigenes Pferd.

Obwohl ich überglücklich über "mein" Pferd war, konnte ich doch nicht wirklich mit ihm umgehen. Egal ob es führen, putzen, anbinden, Hufe auskratzen war... Mogli war einfach zu ungestüm für ein Kind. Sooft es die Zeit zuließ besuchten wir ihn, ließen ihn laufen oder gingen spazieren. Nicht nur einmal versetzte er meinem Vater einen Tritt, das dieser in den Graben flog und Mogli hoppelte mit aufgestelltem Schweif davon. Es waren viele leere km welche wir hinter ihm herliefen, weil er uns immer wieder auskam ;-) Man kann sagen: "Er hatte einen irren Spass mit uns!"

Als Mogli 2 Jahre alt wurde, wurde er kastriert und war so viel einfacher im Umgang . Weiters übersiedelte er nach Spillern in den Pferdehof Strohmer u so konnte ich ihn jeden Tag besuchen.

Meine ganze Freizeit verbrachte ich bei Mogli - longierte ihn, ging spazieren, putzte ihn oder brachte ihm Manieren bei ;-)

Als er 3 Jahre alt wurde, beschlossen wir ihn zureiten zu lassen. Immerhin war ich damals erst 12 Jahre und einige "Experten" meinten das muss man machen, wenn man ein gutes Reitpferd möchte. So siedelte Mogli nach Ungarn /Nagyzenk um. Die Bereiter dort lachten als sie so ein liebes braves Pferdchen sahen, waren sie doch wilde Warmbluthengste gewohnt. Die nächsten Wochen verbrachten wir jedes Wochenende in Ungarn. Dort ritt ich Mogli über die Wiesen u die Galoppbahn. Anfangs war ich unsicher u er noch wackelig, doch mit der Zeit wurde er immer aufgeweckter. Immerhin sah er den ganzen Tag nur wilde Hengste u bekam 10l Hafer - da machte reiten einfach Spass ;-) Schon als 3jähriger war er für alles zu haben - egal ob wir in der Halle unsere Runden drehten, am Viereck, im Gelände oder auf dem rießigen Sprinplatz - er war immer neugierig u wollte alles entdecken u sehen! Eine Eigenschaft die ich sehr an ihm liebte!

Wieder zurück in Österreich kam Mogli nach Wiesen in einen kleinen Reitstall. Jeden Tag ging ich mit ihm ausreiten oder übte freispringen mit ihm. Ich liebte es ihn freilaufen u freispringen zu sehen u es machte ihm Spass so frei zu sein. Da die Versorgung nicht gut war und wir einen Urlaub geplant hatten, sollte Mogli diese Zeit bei einem Bekannten verbringen. Als wir aber vom Urlaub zurückkamen war der Schock perfekt. Das dicke Pony des Bekannten hatte die Futterkammer aufgebrochen u Mogli u es hätten die ganze Nacht trockene Rübenschnitzel gefressen  - Mogli sei im Tierspital mit einer Schlundverstopfung, aber er lebe noch.

Dort angekommen musste ich weinen, war er doch abgemagert bis auf die Knochen, blutig vom Halfter u den Behandlungen. Jeden 2ten Tag fuhr ich nach der Schule nach Wien und besuchte ihn - und so ging es ihm bald besser u er durfte nach Hause. Mein Vater wollte ihn in keinen Stall mehr stellen und quartierte ihn so bei sich im Keller ein. Das die Spillener Bewohner nicht erfreut waren kann man sich vorstellen. Jeder der meinen Vater kennt, weiss das es ihm herzlich egal war. Doch 5 Monate später wurde die "Ranch" gekauft und liebevoll aufgebaut. Mogli zog auf die Ranch! (1994)

Damit Mogli nicht allein war, kam Olaf ein alter Warmblutwallach aus Wiesen zu uns übersiedelt.

Da ich damals noch in Wien wohnte, war es für mich nur am Wochenende möglich zu Mogli zu fahren, was mich sehr störte. Gottseidank vergingen nur 2 Jahre bis wir wieder nach Stockerau zogen. Von da an war die Ranch u das Leben bei u mit Mogli mein Zuhause!

Ich bin wirklich sehr froh das ich so eine tolle Jugend hatte, mit vielen Freunden u viel Spass - das Leben auf der Ranch war einfach einzigartig!

Umso mehr die Jahre vergingen umso inniger wurde meine Verbindung mit Mogli - ich konnte sozusagen schon seine Gedanken lesen u wir waren auch sportlich sehr erfolgreich. Wir bestritten Galopprennen, flogen nur so über Hindernisse im Parcours oder Geländespringen oder gingen ausreiten. Kein Stoppelacker war vor uns sicher, jeder Wald wurde durchquert und jeder Weg erkundet. War Mogli einmal unsicher stieg ich ab u führte ihn... er folgte mir einfach überall hin. Wir machten Wanderritte in Oberösterreich, Niederösterreich oder Burgenland.

Egal wo wir hinkamen u was ich geplant hatte, kaum war Mogli ausgeladen, meinte er nur "OK los gehts, ich will sehen wies da aussieht!"

Mogli war einfach überergeizig, zeigte nie Müdigkeit oder Schwäche, wollte immer überall dabei sein u liebte den Umgang mit Menschen.

Er war für mich zu einem Bestandteil meines Lebens geworden u es war für mich selbstverständlich ihn jeden Tag zu sehen, doch als Mogli damals im Pferdehänger am Weg zum Turnier stürzte u mit dem Fuss unter die Mittelwand rutschte, war dies für mich der erste Tag wo ich Angst hatte ihn zu verlieren. In Panik zerrte ich an der Mittelwand u hatte nur ein schreckliches Bild vor meinen Augen:  Würde er weiter so unruhig herumschlagen, würde er sich den Fuss brechen - das wäre sein Ende. Aufgelöst u weinend setzte ich mich zu seinem Kopf u streichelte ihn und schon war er ruhig, er bewegte sich 35min nicht bis der Hänger zerlegt war. So kam er mit einer Wunde am Fuss davon.

Ich war immer mehr fasziniert von seinem Vertrauen u ich konnte mich immer 100%ig auf ihn verlassen.

Als ich damals Greati kaufte, beschloss ich Mogli in Frühpension zu schicken - nur mehr hi u da ein Turnier zu reiten u nur mehr ins Gelände zu gehen.  Ich wollte ihn einfach schonen und einen leichteren Reiter für ihn suchen.

So inserierte ich auf der Suche nach einem netten Mitreiter für Mogli. Es meldeten sich viele Leute, doch wirklich probereiten kam damals nur Lisa. Ein wirklich liebes Mädl. Sie bemühte sich auch total u doch klappte es irgendwie nicht. Mogli der normal eine Seele von Pferd war, machte sich einen Tag um den andren einen Spass mit ihr - mal auf die Zehen treten, mal schrecken, mal beissen beim Satteln - tja er mochte sie einfach nicht. So musste ich ihr leider nach 3 Monaten absagen. Ritt Mogli wieder öfters selbst.

2007 meldete sich dann Tanja auf ein altes Inserat für Mogli. Einen Versuch war es wert u siehe da, die Chemie stimmte. Von da an war Tanja Moglis neue Reiterin u er trug sie überall hin: egal ob es Springturniere waren, Geländeritte, Wanderritt, Kunststücke usw... die beiden passten einfach zueinander.

2009 ging es Mogli plötzlich sehr schlecht - sein Asthma verschlechterte sich immer mehr und der Tierarzt meinte eine Weide sei seine einzige Rettung. So organisierte ich einen Platz auf einer wunderschönen Weide bei Puchberg am Schneeberg. Es war am 1.5.09 als wir Mogli auf die Weide brachten. Ich weiss noch wie er euphorisch mit mir den Aufstieg auf die Weide wagte, für Abenteuer hatte er ja was übrig, auch mal die fremden Pferde besuchen, doch als wir wegfuhren wieherte er u rannte hinterher.... mich plagte das schlechte Gefühl das es ein Fehler war, daher blieben wir über Nacht u besuchten ihn am nächsten Tag wieder auf der Weide. Doch er war wie verändert - lief weg u kam nicht mal für ein Leckerli her.  Stefan beruhigte mich u meinte er sei nur überglücklich endlich soviel Freiheit zu haben u brauche uns nicht mehr jetzt.  So fuhren wir heim.

Paar Wochen später besuchten wir ihn wieder u er kam als einziges Pferd nicht her. Wochen später beim nächsten Besuch musste ich ihn sogar herunterführen u er verschmähte sogar den mitgebrachten Apfel. Was war nur los?

1 Monat später erreichte mich ein Anruf der Weidebesitzerin das Mogli total mager war u einen seltsamen Haarausfall hätte.... Wir fuhren wieder hinauf u ich dachte mir owe... wollte ihm aber noch oben lassen. Immerhin war sein Asthma weg. Wieder ereilte mich der Anruf der Weidebesitzerin u so beschlossen wir ihn abzuholen - er war wie ein Häufchen Elend. Mager, dreckig u ohne Haare und noch schlimmer voll eigensinnig - so schleppten wir ihn von der Weide weg. Da ich wollte das er viel Luft hatte stellte ich ihn auf die Ranch. Dort lebte er mit Schnitte gemeinsam. Wir selbst waren ja schon Anfang 2009 nach Schmida übersiedelt.

Wochen später beschloss ich Mogli u Schnitte zu mir zu holen nach Schmida. Mogli war noch dünner geworden u sah schrecklich aus. Luft bekam er auch keine. Ich war fertig. Die Tierärztin meinte das es keine Hilfe gab, nur einschläfern. Ich hab ihn gewaschen u gefüttert was ging u beim Anblick geweint - konnte ich doch mein Pferd nicht gehen lassen.  1 Woche später war er plötzlich wie verändert, wach u lebendig, es ging ihm einfach besser. Von da an nahm er immer mehr zu u wurde richtig dick. Tanja konnte ihn wieder reiten u er lebte wie unser Hofhund im Stall. Er hatte als einziges Pferd wirklich Narrenfreiheit und wir waren alle glücklich. 

So vergingen die Monate und mit kleinen Auf u Abs gings ihm immer wieder gut. Ich hatte sogar die Ehre ihn 2x noch reiten zu dürfen - was mich unendlich glücklich machte!!

Anfang Juni 2010 war Mogli sogar mit Tanja beim Wanderritt dabei, welchen er mit voller Begeisterung bestitt.

Doch kaum zuhause gings wieder bergab mit seiner Gesundheit. Tanjas Mutter Gabi und Tanja brachten ihr Inhaliergerät mit und so gings ihm wieder besser. Jeden Tag bekam er Medikamente u das VEMMA von Gabi, auch inhaltiert haben wir so oft es ging. Mogli erholte sich u war sogar auf Schrittausritten wieder mit

Doch um den 15.7. veränderte sich alles. Mogli ging es immer schlechter, er bewegte sich fast nicht mehr u keuchte schrecklich. Der Tierarzt kam u spritze ihm Cortison. Es wurde nicht besser.... Tage der Trauer zogen sich vorran.. in mir war das Gefühl da Abschied nehmen zu müssen. Es war unerträglich ihn leiden zu sehen.

Ich weiss noch wie ich am 18.7. um 6h früh bei ihm kniete u weinte.... Ich wollte ihn nicht gehen lassen u er wollte stark sein um bei mir zu sein. Immer wenn ich bei ihm war war er lebendiger u versuchte tapfer zu sein. Doch man konnte das Wasser in der Lunge schon rasseln hören.

Am Montag war dann komisch ruhige u doch tief traurige Stimmung im Stall...  Es war der Tag des Abschieds!

So schwer es war, war ich doch froh so stark zu sein um bis zum letzten Atemzug bei ihm zu sein. Ich streichelte ihn und meine letzten Worte waren nur das er mir verzeihen solle, ich ihn liebe u wir uns wieder sehen - dann brach er zusammen u ein Teil in mir mit...

Ich werde dich nie vergessen und u wirst ewig in meinem Herzen sein!!

 

Heute blicke ich nach vorne und weiss das du glücklich über die Himmelsweide läufst - tief Luft holst u mir zu siehst

Ich danke dir, das ich 20 Jahre mit dir meinen Lebensweg verbringen durfte!!

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Einen grossen Dank an Stefan das er an diesen schweren Tagen für mich da war! DANKE!

 

Ein kleiner Bildauszug aus dem Leben mit Mogli <3 :

 

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